Ratgeber

    Was kostet dich eine unbesetzte Stelle?

    Mehr als du denkst. Rechne es selbst aus, mit deinen eigenen Zahlen.

    Simon Weber · Geschäftsführer craftbro · Stand 2. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

    Die versteckten Kosten

    Eine offene Stelle steht in keiner Rechnung. Sie taucht nicht als Posten in der Buchhaltung auf. Genau deshalb wird sie unterschätzt.

    Wer fragt, was ein neuer Mitarbeiter kostet, denkt an Lohn, Anzeige und Einarbeitung. Die bessere Frage ist eine andere: Was kostet es, wenn er fehlt? Die Antwort setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Jeder für sich wirkt klein. Zusammen sind sie oft der größte Kostenblock im Betrieb.

    • Abgesagte oder verschobene Aufträge. Du sagst Nein, obwohl der Kunde zahlen will. Oder du schiebst ihn so weit, dass er zum Mitbewerber geht.
    • Überstunden der anderen. Das Team fängt die Lücke auf. Das kostet Zuschläge, und irgendwann kostet es Nerven.
    • Aufschlag für Subunternehmer. Was du selbst nicht schaffst, vergibst du. Der Sub will seine Marge, und die fehlt dir.
    • Fehler durch Überlastung. Wer dauerhaft am Limit arbeitet, macht mehr Fehler. Nacharbeit und Reklamationen sind die Folge.
    • Kündigungen im Team. Wenn die Last zu lange auf wenigen Schultern liegt, gehen die Ersten. Dann ist nicht mehr eine Stelle offen, sondern zwei.

    Selbst-Check: Rechne es aus

    Pauschalzahlen helfen dir nicht weiter. Jeder Betrieb ist anders. Deshalb rechnest du hier mit deinen eigenen Werten.

    Trag ein, wie viele Stellen offen sind und wie lange schon. Dazu den Umsatz, den ein Facharbeiter bei dir im Monat bringt. Dann die Überstundenkosten und den Sub-Aufschlag pro Monat. Felder, die du nicht kennst, lässt du leer.

    Der Rechner rechnet nur in deinem Browser. Wir speichern nichts und sehen deine Zahlen nicht.

    Wichtig: Umsatz ist nicht Gewinn. Das Ergebnis zeigt dir, wie viel Leistung dir fehlt. Nicht, wie viel Geld am Ende auf dem Konto fehlt. Als Größenordnung reicht das, um eine ehrliche Entscheidung zu treffen.

    Selbst-Check

    Kosten pro Monat
    –
    Kosten bis heute
    –

    Rechnung: Stellen × Umsatz pro Facharbeiter + Überstunden + Sub-Aufschlag. Bis heute = pro Monat × Monate offen. Umsatz ist nicht Gewinn.

    Lieber direkt darüber reden?

    15 Minuten mit Simon. Wir schauen auf deinen Betrieb und deinen Landkreis.

    Je Gewerk

    Wo die Kosten genau entstehen, hängt vom Gewerk ab. Drei Beispiele, an denen du sie in deinem Betrieb findest.

    Bau: Schau auf die Stundenzettel. Wie viele Stunden hat die Kolonne geleistet, die du nicht abrechnen konntest? Weil ein Mann fehlte und der Rest auf ihn gewartet hat. Weil die Baustelle stand, bis der Polier von der anderen Baustelle kam. Diese Stunden sind bezahlt, aber nicht verkauft.

    Metallbau: Geh die abgesagten Positionen durch. Das Geländer, das du nicht angenommen hast. Die Halle, die du zu spät angeboten hast. Der Auftrag, der an den Betrieb aus dem Nachbarort ging, weil du keinen Termin frei hattest.

    Photovoltaik: Zähl die Anlagen, die nicht gebaut wurden. Die Kunden, die unterschrieben hätten, wenn der Montagetermin näher gelegen hätte. Und die Anlagen, die du an einen Sub vergeben hast und bei denen dir der Aufschlag die Marge gefressen hat.

    Egal welches Gewerk: Wenn du diese Zahlen einmal aufschreibst, siehst du die offene Stelle mit anderen Augen.

    Was du dagegen tun kannst

    Erst einmal: Hör auf, nur auf Bewerbungen zu warten. Die guten Leute haben einen Job. Sie lesen keine Stellenportale. Du musst zu ihnen gehen.

    Dafür brauchst du drei Dinge. Echte Bilder aus deinem Betrieb, die zeigen, wie es bei dir wirklich ist. Anzeigen, die genau die Fachkräfte in deiner Region erreichen, abends am Handy. Und eine Bewerbung, die in zwei Minuten erledigt ist, ohne Lebenslauf.

    Wie das für dein Gewerk aussieht, findest du auf den Seiten zu Bau, Metallbau, Photovoltaik und Elektro. Oder du rechnest dein Ergebnis im Standortcheck mit uns durch. Das dauert 15 Minuten.

    Häufige Fragen

    Gibt es eine Faustregel? +

    Es kursieren viele Pauschalzahlen. Verlässlicher ist deine eigene Rechnung. Genau dafür ist der Selbst-Check da.

    Speichert der Rechner meine Zahlen? +

    Nein. Er rechnet nur in deinem Browser. Lädst du die Seite neu, sind die Felder wieder leer.

    Rechnen wir es für deinen Betrieb durch.

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